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Kundgebung in Solidarität mit Collien Fernandes und allen Betroffenen sexualisierter Gewalt

  • Autorenbild: Zwischenfunken Kollektiv
    Zwischenfunken Kollektiv
  • 7. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Die jüngsten Erkenntnisse im Fall Collien Fernandes machen uns sprachlos. Sprachlos, weil Collien Fernandes den Mut hatte, zu sprechen und Abgründe von sexualisierter digitaler Gewalt zu offenbaren.

Dieser Fall zeigt erneut: Gewalt passiert nicht irgendwo – sie passiert im nahen Umfeld, in dem eigenen Zuhause.

Wir stehen solidarisch an der Seite von Fernandes.

Ihr Fall zeigt deutlich: Es muss sich etwas ändern, es muss endlich gehandelt werden. Denn die bestehenden deutschen Gesetze greifen zu kurz oder gar nicht. 

Collien Fernandes hat sich deshalb für eine Strafanzeige gegen Christian Ulmen in Spanien entschieden. Das war eine bewusste Entscheidung, denn seit über 20 Jahren ist dort geschlechtsspezifische Gewalt im Strafrecht anerkannt. Es gibt sogar spezialisierte Gerichte für Gewalt gegen Frauen und spezifische Ausbildungen in diesem Bereich - in Deutschland gibt es das leider nicht, im Jura-Examen muss das Sexualstrafrecht nicht einmal behandelt werden.

Aufgefangen wird das durch aktivistisches und ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel von der Feminist Law Clinic, die kostenlose Rechtsberatung und Unterstützung für FLINTA*- und queere Personen anbietet, die von Diskriminierung oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. Auch im Bereich der Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt ist klar erkennbar: Es gibt viel zu wenig professionelle Strukturen dafür, dass sexualisierte Gewalt ein strukturelles und gesellschaftliches Problem ist!

Das führt dazu, dass Betroffene nicht wissen, an wen sie sich wenden können und dazu, dass auch Ehrenamtliche – meist ohne passende Ausbildung

und ohne ausreichende Unterstützung  –Präventionsarbeit leisten, Ansprechpartner*innen für Betroffene sind und damit viel zu häufig alleine gelassen werden. Das ist strukturelles Versagen!

Gewalt trifft so viele Menschen: vor allem FLINTA* , also Frauen, Lesben, Inter, non-binäre, trans und agender-Personen. Sie trifft Menschen in allen Altersgruppen. Sie trifft Menschen in allen gesellschaftlichen Klassen. Vor allem FLINTA* die von mehrfach-Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus oder Behindertenfeindlichkeit betroffen sind. Das muss endlich strukturell und professionell aufgefangen werden.

Doch anstatt etwas an diesen schlechten Strukturen zu ändern, wird weiter gekürzt und Politiker wie Merz reden laut und sagen SO VIEL Falsches. Seit Jahrzehnten stimmen sie nicht für Verbesserungen hinsichtlich dieser Probleme, sondern verschieben Diskurse, lenken ab von den wirklichen Ursachen und manifestieren Feindbilder nach ihrer rechten Ideolgie und schürren Hass. Dabei sind es Männer, Männer wie er. Das Patriachat.

Und nein, Es reicht nicht aus, "selbst eine Frau oder Tochter zu haben“, um kein Frauenhasser oder Sexist zu sein. Denn es kann nicht sein, dass Männer sich erst vorstellen müssen, es wäre ihre eigene Tochter, Mutter oder Schwester, um zu begreifen, dass Gewalt Gewalt ist. Warum braucht es erst einen Verwandtschaftsgrad oder eine Liebesbeziehung, um zu verstehen, dass Gewalt an FLINTA* nicht in Ordnung ist?

Es reicht auch nicht aus, nur auf Merz zu zeigen.

Er ist ein Symptom einer rassistischen und patriarchalen Gesellschaft, von der wir alle Teil sind. 

So wurden wir alle sozialisiert. Wir müssen uns tagtäglich hinterfragen, unsere Privilegien reflektieren und uns informieren, Betroffenen glauben und sie schützen - laut und solidarisch!


Wir fordern:

Dass nur JA, JA heißt. 

Dass sexualisierte Gewalt – auch digitale – als gesamtgesellschaftliches Problem ernst genommen wird!

Dass Betroffenen geglaubt und sie geschützt werden.

Dass Täter strafrechtlich verfolgt werden und Konsequenzen für ihre Taten erleben – NICHT DIE BETROFFENEN!

Wir fordern ausreichend Finanzierung und mehr professionelle Strukturen zur Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt.

Wir sind wütend und solidarisieren uns mit allen Betroffenen von Gewalt! 

Und wir gedenken allen Personen, die durch Gewalt ihr Leben verloren haben - wir vergessen euch nicht!

Danke an Euch, danke an alle  Menschen und Gruppen, die sich gegen jegliche Formen von Gewalt einsetzen. Gemeinsam sind wir stark!


Foto Credits: Nikita Mädge



 
 
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