Periode ist Politisch: Pressemitteilung
- Zwischenfunken Kollektiv
- 28. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Pressemitteilung: 28.05.2026 - anlässlich des Tages der Menstruationshygiene
Das tabuisierte Grundbedürfnis: Darum ist die Periode politisch
Toilettenpapier, Seife und Papierhandtücher oder ein Trockner sind meist in einer öffentlichen Toilette vorhanden und dienen dazu unseren Grund- und Hygienebedürfnissen nachzukommen. Doch ein großer Anteil an Menschen und dessen Grundbedürfnis werden seit jeher vernachlässigt: Menschen, die menstruieren. Eine Petition soll das ändern: Zum "Tag der Menstruationshygiene" am 28. Mai 2026 macht das feministische Kieler Aktions- und Bildungskollektiv Zwischenfunken auf die strukturelle Benachteiligung aufmerksam und verfolgt das Ziel um mehr Gleichstellung im Land.
Periodenarmut als Lebensrealität
Hygiene ist wichtig; gerade bei der Verwendung von Periodenprodukten. Längere Anwendungen als medizinisch empfohlen können zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Das Einsetzen der Menstruation kann tückisch sein und ungeplant verlaufen - auch Zwischenblutungen kommen vor - da braucht es Produkte zur Anwendung, die vor Ort schnell verfügbar sind.
Die Nutzung von Periodenprodukten ist auch eine Frage des Geldes. Menstruierende Personen geben im Laufe ihres Lebens mehrere tausend Euro für Menstruationsprodukte aus. Die sogenannte Periodenarmut ist dabei für einen Teil der Menstruierenden bittere Realität und viele sehen sich durch sie gezwungen, möglichst wenige Produkte zu verwenden, wodurch Infektionen wie das toxische Schocksyndrom entstehen können. Zudem können bei Erreichen der maximalen Aufnahmefähigkeit Blutflecken auf Kleidung und Bettwäsche entstehen. Alternativ wird von Betroffenen auch zu unsicherem Ersatz wie Toilettenpapier oder Stoffresten gegriffen. Von Periodenarmut betroffen sind häufig junge Menschen in der Ausbildungsphase, Menschen mit geringem Einkommen, Wohnungslose und Geflüchtete.
„Periodenarmut hat gravierende Folgen und beeinflusst viele Bereiche des Alltags. Während ihrer Periode meiden Menstruierende teils die Schule, die Arbeit oder öffentliche Orte – ich weiß, wie sich das anfühlt“, sagt Valeria Kohl vom Zwischenfunken Kollektiv. „Betroffene schweigen lieber, weil Menstruation gesellschaftlich stark tabuisiert und stigmatisiert wird."
Forderungen an das Land Schleswig-Holstein
Um aufzuklären und Zugänge zu schaffen, hat das Zwischenfunken Kollektiv eine Petition ins Leben gerufen. Ihre Hauptforderungen: die kostenfreie Bereitstellung von Menstruationsprodukten in öffentlichen Gebäuden und eine öffentlichkeitswirksame Informationskampagne zum Abbau von Tabuisierung und Stigmata in ganz Schleswig-Holstein. "Wir wollen das Betroffene gesehen und die Probleme anerkannt werden. Schleswig-Holstein kann mit einfachen Maßnahmen strukturelle Benachteiligung lösen und so jeden Monat das Leben vieler Menschen verbessern" erläutert die Petentin Wencke Klütz.
Öffentliche Unterstützung erhält das Anliegen bereits vom Landesverband Schleswig-Holstein von pro familia sowie vom Kieler Kreisverband und der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Die Petition kann auf der Website des Landtages Schleswig-Holstein bis zum 29. Juni unterzeichnet werden. Für die Unterzeichnung müssen Personen nicht in Schleswig-Holstein leben.


