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Alarm: Ab März keine Schwangerschaftsabbrüche mehr in den Flensburger Kliniken

  • Autorenbild: Zwischenfunken Kollektiv
    Zwischenfunken Kollektiv
  • 14. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Alarm! Lange Zeit war von einer Fusionierung der Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt und des katholischen St. Franziskus Hospitals die Rede, doch nun übernimmt der katholische Malteser Orden die Gesamtträgerschaft des neuen Fördeklinikums in Flensburg. Und das hat fatale Folgen für ungewollt Schwangere im Raum Flensburg.


Denn mit der Übernahme des Diako-Krankenhauses ab dem 01. März 2026 werden in der Klinik keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt, unabhängig davon, dass das neue Fördeklinikum erst ab 2030 fertiggestellt werden soll.


Der katholische Malteser Orden beruft sich auf den Schutz menschlichen Lebens. 

Abgesehen von akuter Lebensgefahr der schwangeren Person werden Abbrüche nicht geduldet. Nicht einmal bei einer Vergewaltigung. Hier wird darauf verwiesen, dass nach einer Vergewaltigung die Pille danach im Krankenhaus zugänglich ist.

In Krankenhäusern sollte jeder Mensch Hilfe bekommen, der sie benötigt. Dazu zählen auch ungewollt Schwangere. Außerhalb der Klinik gibt es nur noch 2 ambulante Möglichkeiten für Abbrüche, wobei eine Praxis nur ihre eigenen Patienten versorgt.


Für ungewollt Schwangere bedeutet dies, dass sie sich medizinische Hilfe außerhalb ihrer eigenen Stadt suchen müssen. Weitere Wege, finanzieller und organisatorischer Mehraufwand 


Wir fordern:

  • Religiöse Weltbilder gehören nicht in die Medizin und sollten Patient*innen nicht aufgezwungen werden!

  • Versorgung ungewollt Schwangerer als Teil der Gesundheitsversorgung (die in jedem Krankenhaus gewährleistet sein muss)

  • Schwangerschaftsabbrüche müssen raus aus dem Strafgesetzbuch

  • Forderung an Landtagspolitiker*innen: Stoppt diesen Plan! Sicherstellung der Versorgung ungewollt Schwangerer in Flensburg

  • Das Ende der Stigmatisierung & Bevormundung ungewollt Schwangerer (durch Pflichtberatung, 3 Tage Bedenkzeit, obwohl Personen schon entschieden sind)


Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn FLINTA*-Personen eine Form der medizinischen Versorgung verwehrt wird? Und das in einer Gesellschaft, die sowieso schon antifeministische Tendenzen aufweist. Es sendet das falsche Signal, nämlich, dass von der Politik tatenlos zugesehen wird wie Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte und die körperliche Selbstbestimmung von FLINTA*-Personen mit Füßen getreten wird.


"Wenn wir heute nicht aufpassen, leben wir morgen wie gestern." - Annemirl Bauer


Was ihr tun könnt? Schreibt den Abgeordneten im Schleswig-Holsteinischen Landtag eine Email mit den Forderungen. Hier findet ihr eine Mail-Vorlage, die ihr einfach kopieren könnt und unten sind die Mail-Adressen der Abgeordneten.


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Betreff: Sicherstellung der Versorgung ungewollt Schwangerer in Flensburg


Sehr geehrte Abgeordnete des Schleswig Holsteinischen Landtages,


lange Zeit wurde öffentlich über eine Fusion der Evangelisch Lutherischen Diakonissenanstalt und des katholischen St. Franziskus Hospitals in Flensburg gesprochen. Nun steht fest, dass der katholische Malteser Orden die vollständige Trägerschaft des neuen Fördeklinikums übernimmt. Diese Entscheidung hat bereits jetzt konkrete und schwerwiegende Folgen.


Ab dem 01. März 2026 werden im bisherigen Diako Krankenhaus keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt. Das gilt unabhängig davon, dass das neue Fördeklinikum erst im Jahr 2030 fertiggestellt sein soll. Damit verschwindet eine zentrale medizinische Versorgungsmöglichkeit aus der Stadt Flensburg.


Der Malteser Orden begründet diesen Schritt mit seinem religiösen Selbstverständnis und dem Schutz menschlichen Lebens. Schwangerschaftsabbrüche sollen nur noch bei akuter Lebensgefahr der schwangeren Person möglich sein. Selbst nach einer Vergewaltigung wird ein Abbruch abgelehnt. In diesen Fällen wird lediglich auf die Möglichkeit der "Pille danach" verwiesen. Das greift zu kurz und blendet die Realität der Betroffenen aus.


Ein Krankenhaus ist ein Ort medizinischer Hilfe. Menschen müssen dort unabhängig von Religion, Herkunft oder Lebenslage versorgt werden. Dazu gehören auch ungewollt Schwangere. Aktuell gibt es außerhalb der Klinik nur noch zwei ambulante Möglichkeiten für Schwangerschaftsabbrüche im Raum Flensburg. Eine dieser Praxen behandelt ausschließlich eigene Patientinnen. De facto bedeutet das für viele Menschen, dass es vor Ort keine reale Versorgung mehr gibt.


Für ungewollt Schwangere hat das konkrete Folgen: weitere Wege, finanzieller und organisatorischer Mehraufwand.


Unsere Forderungen:

1. Religiöse Weltbilder dürfen keine Grundlage für medizinische Entscheidungen sein und Patientinnen nicht aufgezwungen werden.

2. Die Versorgung ungewollt Schwangerer ist Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung und muss in jedem Krankenhaus sichergestellt sein.

3. Schwangerschaftsabbrüche gehören nicht ins Strafgesetzbuch.

4. Der Landtag muss diesen Plan stoppen und aktiv dafür sorgen, dass die Versorgung ungewollt Schwangerer in Flensburg erhalten bleibt.

5. Die fortgesetzte Stigmatisierung und Bevormundung ungewollt Schwangerer muss enden. Dazu zählen Pflichtberatung und Bedenkzeiten, auch dann, wenn eine Entscheidung längst getroffen wurde.


Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Frauen eine grundlegende medizinische Versorgung verwehrt wird? Und das in einer Zeit, in der antifeministische Haltungen wieder lauter werden. Die aktuelle Entwicklung sendet das Signal, dass stillschweigend zugesehen wird, wie die hart erkämpften feministischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte rückgängig gemacht werden.

Wenn heute nicht gehandelt wird, verlieren morgen viele Menschen ihre körperliche Selbstbestimmung.


Daher bitten ich Sie darum, jetzt aktiv zu werden und sich klar für die Rechte und sexuelle Selbstbestimmung von Frauen auszusprechen.


Mit freundlichen Grüßen,

[Dein Name]



Quellen:


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Mail Adressen der Abgeordneten:


 
 
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